Hochsee - Angelabenteuer für Anspruchsvolle in der Karibik mit Peter

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Mittwoch, 10. September 2008

Der Französische Kaiserfisch

Der Französische Kaiserfisch ernährt sich von Schwämmen

Der Französische Kaiserfisch (Pomacanthus paru) gehört zu den Engelfischen (Familie Pomacanthidae), von denen insgesamt sieben Arten in der Karibik vorkommen. Er hat ein riesiges Verbreitungsgebiet, das sich im Norden bis zu den Bermudainseln erstreckt.
Mit einer Länge von bis zu 50 Zentimetern zählt der Französische Kaiserfisch zu den grösseren Vertretern der Engelfische. Jungtiere weisen auf schwarzem Grund fünf hellgelbe Vertikalstreifen auf. Den Schwanz ziert ein dunkler ovaler oder runder Fleck. Mit zunehmendem Alter verlieren sich die Streifen, und die Schuppen des Leibes bilden gelbe Ränder aus, während diejenigen des Kopfes vollständig schwarz bleiben.
Französische Kaiserfische picken als Jungtiere gerne Parasiten vom Körper anderer Fische. Als erwachsene Tiere ernähren sie sich hauptsächlich von Schwämmen, die sie an der Basis der Riffe in grosser Zahl und Artenvielfalt finden.

Der Schweinsfisch

Der Schweinsfisch grunzt wie ein Schwein

Der Schweinsfisch (Anisotremus virginicus) gehört zur Familie der Süsslippen (Pomadasyidae) - einer vielgestaltigen Gruppe tropischer Fische, welche die Korallenriffe in allen Teilen der Erde bevölkern. Im englischsprachigen Raum heissen die Süsslippen «Grunzer», weil sie durch das Aufeinanderreiben ihrer Zähne einen Laut zu erzeugen vermögen, der an das Grunzen der Schweine erinnert. Der Schweinsfisch verdankt seinen Namen ebenfalls dieser Fähigkeit.
Süsslippen finden sich gern zu umfangreichen gemischtartigen Schwärmen zusammen, wobei im allgemeinen jede Art durch viele Individuen vertreten ist. Der Schweinsfisch bildet hierin eine Ausnahme: Er ist meistens einzeln oder zu zweit anzutreffen.
Die bunte Färbung der Rifffische, wie sie auch der Schweinsfisch zeigt, dürfte in erster Linie der Tarnung vor dem vielfarbigen Hintergrund der Korallenriffe dienen. In gewissen Fällen mag sie aber auch Fressfeinden gegenüber als Warnsignal dienen, indem sie die Ungeniessbarkeit einer Fischart anzeigt. Die arttypische Zeichnung und Färbung dient daneben dem Erkennen der Artzugehörigkeit und im besonderen der Partnerfindung.
Viele Rifffische ändern beim Erreichen der Geschlechtsreife ihr Aussehen. So auch der Schweinsfisch: Junge Schweinsfische weisen im Gegensatz zu den Erwachsenen noch keine schwarzen Bänder in der Kopfregion auf, dafür tragen sie einen dunklen Fleck auf dem Schwanz. Dieser sogenannte «Augenfleck» dient der Feindvermeidung: Raubfische, die den Schwanz mit dem grossen «Auge» für den Vorderteil des Fischs halten, verfehlen oft ihr Opfer, weil dieses scheinbar rückwärts davonschwimmt.

Vielen Gefahren unterworfen

Tropische Wärme, endlose Sandstrände, kristallklares Wasser - dies sind die vielgepriesenen Merkmale der Kleinen Antillen, derentwegen Jahr für Jahr Tausende von Touristen diese Eilande in der Karibik aufsuchen. Einzigartig sind auch die bizarren Korallenriffe, welche die Antilleninseln umgeben. Sie bilden nicht nur eine wichtige Nahrungsquelle für die Bewohner der karibischen Sonneninseln, sondern sie sind auch von grosser wirtschaftlicher Bedeutung für die Inselbevölkerung, indem sie Massen ausländischer Schnorchler und Taucher anlocken. Allerdings unterliegen heute die Korallenriffe der Antillen mancherlei schädlichen Einflüssen, welche sich der normale Besucher wohl kaum vergegenwärtigt, die aber das Überleben dieser einzigartigen ozeanischen Lebensgemeinschaften immer stärker bedrohen.

Korallenriffe sind stark gefährdete Lebensgemeinschaften

Korallenriffe sind stark gefährdete Lebensgemeinschaften

Die farbenprächtigen karibischen Korallenriffe mit ihren vielgestaltigen Bewohnern werden von einer Vielzahl von Gefahren bedroht. Fatale Auswirkungen hat vor allem die Verschmutzung der Küstengewässer durch Bodenpartikel, welche infolge ökologisch unvernünftiger Land- und Forstwirtschaft ins Meer geschwemmt werden, sowie durch Abwässer aus Siedlung und Industrie. Daneben wirken sich besonders die mechanischen Beschädigungen der Riffe durch unangebrachte Fischfangmethoden, Bauten im Küstenbereich, das Verankern von Booten und mancherlei touristische Aktivitäten schädlich auf diese empfindlichen Lebensgemeinschaften aus.
Nicht zuletzt spielt aber auch die Übernutzung der Fischbestände für die Verarmung der Riffe eine wesentliche Rolle. Durch den stetig anwachsenden Nahrungsbedarf der einheimischen Bevölkerung und die immer ausgefeilteren Fischfangmethoden gehen die Bestände vieler Fischarten immer stärker zurück. So haben alle vier oben beschriebenen Arten in den letzten Jahrzehnten empfindliche Bestandseinbussen erlitten.
Die in kopfstarken Schwärmen lebenden Süsslippen, zu denen der Schweinsfisch zählt, gehören zu den grösseren Fischen der karibischen Riffe und sind daher eine beliebte Beute der Fischer. Sie werden vor allem durch die karibische Netzfallenfischerei nachhaltig geschädigt. Diese Fischfangmethode ist auch verantwortlich für den massiven Rückgang anderer Fischgruppen wie etwa der Papageifische (Familie Scaridae) und der kleineren Zackenbarsche. Dieser masslosen Ausbeutung der Korallenfischbestände müsste durch gesetzliche Bestimmungen über minimale Maschengrössen und die maximale Anzahl Netzfallen pro Riff endlich ein Riegel vorgeschoben werden.
Der Nassau-Zackenbarsch ist aufgrund seiner Grösse und seiner ausgesprochenen Zutraulichkeit besonders anfällig auf Harpunfischer. Leider ist der Fischfang mit Harpunen in neuerer Zeit sehr in Mode gekommen - sowohl als Freizeitvergnügen bei den Inselbesuchern als auch zum Zweck der Nahrungsbeschaffung bei den Inselbewohnern. Ferner ist diese Fischart dadurch besonderer Gefahr ausgesetzt, dass die Tiere saisonal zu Laichgemeinschaften zusammenfinden. Ist nämlich ein solches Laichgebiet erst einmal von den ansässigen Fischern entdeckt, so kann innerhalb kurzer Zeit die Zackenbarsch-Population eines ganzen Riffs völlig ausgerottet werden. Durch strikte Bestimmungen sollten diese Tiere zumindest während ihrer Laichperiode unter Schutz gestellt werden.
Der Rückgang des Französischen Kaiserfischs wiederum ist in erster Linie eine Folge der Beliebtheit der Engelfische als Aquarientiere. Besonders die Bestände der auffällig gefärbten Jungfische, die sich gern in den seichteren Küstengewässern aufhalten, werden rücksichtslos leergefischt.
Beim Gezäumten Igelfisch schliesslich ist es seine Beliebtheit als touristisches Andenken, die ihm zum Verhängnis geworden ist: Igelfische werden in aufgeblähter Form getrocknet, lackiert und dann zu Lampenschirmen und anderen kitschigen Gegenständen verarbeitet. Zur Erhaltung dieser beiden hübschen Fischarten wären Beschränkungen des Fangs und des Handels dringend erforderlich.
Schliesslich gilt es ganz allgemein durch Klärung der Abwässer aus Siedlung und Industrie sowie den Schutz der land- und forstwirtschaftlichen Böden vor Ausschwemmung die Reinheit der Küstengewässer zu erhalten. Denn nur so lässt sich das Überleben der karibischen Korallenriffe auf lange Sicht gewährleisten. Anderenfalls würden nicht nur unzählige tierliche und pflanzliche Geschöpfe ihren natürlichen Lebensraum verlieren, sondern es würde auch eine für die menschlichen Inselbewohner lebenswichtige Nahrungs- und Einnahmequelle über kurz oder lang für immer verloren gehen.